Welche Methoden sind für mein Vorhaben geeignet?

Projektmethoden gibt es inzwischen unzählige. Wir stellen hier nur die wichtigsten und ihre Einsatzfelder vor. Zudem hat sich das Vorgehen im Lauf der Zeit immer wieder verändert.

Nicht alle der bekanntesten Methoden kommen bei uns zum Einsatz. Dennoch stellen wir Sie Ihnen auf dieser Seite hier kurz vor. Die von uns aktuell genutzten Methoden finden Sie dagegen auf einer jeweils eigenen Seite ausführlich dargestellt.

  • Das Wasserfallmodell hat einen linearen Ablauf von jeweils abhängigen Phasen
  • Das V-Modell ergänzt das Wasserfallmodell um parallel aufgesetzte jeweilige Testphasen
  • PRINCE und PRINCE2 ist ein komplexes, strukturiertes und skalierbares Methoden-Rahmenwerk aus England
  • DIN69901 und ISO21005 sind Beschreibungen von Projektmethoden und ihren Inhalten
  • CATALYST (Chestra) ist ein sehr umfangreiches Rahmenwerk für Programme und Methoden von der Firma CSC
  • HERMES ist die in der Schweiz für alle Behörden vorgeschriebene Projektmethodik
  • SCRUM ist ein agiles Vorgehensmodell, das in kleinen Schritten Erfolge generieren soll
  • Evolutionäres Vorgehen ist ebenfalls eine agile Methodik, die mit laufenden Anpassungen und Änderungen Erstaunliches schafft

Entscheidend ist nicht unbedingt die eine oder andere Methode, sondern das strukturierte und dennoch flexible Vorgehen mit impliziten Qualitätsmodulen. Entscheidend ist immer, dass am Ende des Projekts ein Ergebnis erreicht wird, das die zu diesem Zeitpunkt gegebenen Bedingungen bestens erfüllt.

 

Wasserfall und V-Modell

Beide Modelle bestehen schon sehr lange. Sie gehen linear voran und jede Phase baut auf der anderen auf. Meilensteine sind hier die klassischen Trenn- und Übergangpunkte zwischen den Phasen.

Beim Wasserfallmodell wird das gesamte System am Ende getestet und abgenommen.
Beim V-Modell wird jede Entwicklungsphase von einer Testphase begleitet und abgeschlossen. Entwicklungs- und Testphasen laufen V-förmig auf die Endabnahme zu.

In sich sind beide Modelle wenig flexibel und daher nur noch für überschaubare und kurze Projekte geeignet. Das Ergebnis entspricht den Festlegungen, die zu Beginn des Projektes gemacht wurden und bietet nur sehr begrenzte Möglichkeiten, auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren.

Wir empfehlen den Einsatz dieser Modelle aus grundsätzlichen Überlegungen nicht mehr.

PRINCE2, DIN 69901, ISO21500

Alle genannten Vorgehensbeschreibungen umfassen die unterschiedlichen Begrifflichkeiten des Projektmanagments und füllen Begriffe mit Inhalten, so dass innerhalb des Projekts eine jeweils standardisierte und für alle verbindliche Sprache gesprochen wird. Ausserdem werden unterschiedliche Methoden von Planung und Entwicklung definiert, die alternativ oder parallel genutzt werden können.

Der Einsatz einer gut strukturierten skalierbaren Methode selbst ist der eigentliche Gewinn all dieser Methoden.

All diese Vorgehen sind deshalb sehr anpassungsfähig und skalierbar, weshalb sie von vielen Projektverantwortlichen sehr geschätzt werden. Die praktische Erfahrung zeigt, dass der Gewinn an Einheitlichkeit und Verständigung im Projekt bei allen Vorgehensmethoden entscheidender ist als die Unterschiede der Methoden selbst, weshalb keine der Methoden wrklich entscheidende Vor- oder Nachteile gegenüber den anderen bietet.

CATALYST, Chestra

CATALYST ist ein von der Computer Science Company (USA, kurz CSC) entwickelter Methodenrahmen, der vom Programm mehrerer Projekte über das Angebotsmanagement, die verschiedenen Projektphasen bis zu agilen Vorgehensweisen ein großes Spektrum abdeckt. Siemens hat dieses Rahmenwerk als Chestra in seine Entwicklungswelt übernommen.

CATALYST hat ähnlich wie PRINCE2 und andere große Projektrahmenwerke seine eigenen Sprachkonventionen und sehr detaillierte Beschreibungen einzelner klassischer Entwicklungsweisen vor allem im Bereich der Geschäftsprozessanalyse und im Design. Eine wichtige Stärke ist auch das implizite Qualitäts- und Change-Management, das eine hinreichende Flexibilität beim Erreichen von Zielen unter sich ändernden Bedingungen gewährleistet.

Bodo Frommelt hat als Chestra-Coach gearbeitet.